Nachdem der Solar-Logger in der ersten Frühlingssonne verbrannte, folgt nun ein Projekt ohne Elektrizität: Wie viel Gemüse lässt sich mit einfachsten Mitteln formschön auf geringer Grundfläche züchten? Das Beet sollte gleichermaßen spießernachbarnkompatibel, effizient und einfach sein.

Als erste Version ist ein vertikales Konstrukt auf Basis eines fertig gekauften Pflanzkübels entstanden. Es folgt die Teileliste, das Foto ersetzt den Bauplan.

  • 1 breiter Blumenkübel mit Holzverkleidung
  • 1 Rankgitter aus Holz
  • ca. 6m Metallschienen (gelochtes Winkelprofil, verzinkter Stahl)
  • Holzschrauben
  • Zylinderschrauben mit Muttern
  • Blumendraht
  • Werkzeug: Akkuschrauber, Metallsäge

Im Kübel ist Platz für drei gelbe Rüben und fünf Rosenkohl-Pflanzen. Am Metallgestänge können ca. 20 Blumentöpfe hängen; auf dem Bild sind dort Spinat, Mangold und Kräuter untergebracht. Das Gitter kann berankt und mit weiteren Töpfen behängt werden, je nach Sorten sogar gleichzeitig.

Nach dem Fieldday auf dem Kronsberg wollte ich eigentlich noch ein bisschen alleine ins Grüne fahren, einen endgespeisten Draht vom Vogelbeobachtungsturm abspannen und in Ruhe weiterfunken. Aber Klausurenzeit und Jahreszeiten kamen dazwischen, daher habe ich den Ausflug verschoben und stattdessen ein anderes Projekt vorangebracht: Eine Fern-Überwachung für meine Solaranlage.

Die Strommessung funktioniert wie dort beschrieben. Allerdings habe ich den ACS714 für Ströme bis zu 30A verbaut, weil meine Module an guten Tagen bis zu 19A liefern.

 

Der ACS714 liefert laut Datenblatt maximal Vcc, hier also 5V, als Messwert. Ich vertraue dem aber nicht und greife den Messwert, um Spannungsspitzen abzufedern, an einem 1:1-Spannungsteiler ab. Statt einer Spannung zwischen 2.5V und 5V messe ich am AD-Wandler also eine Spannung zwischen 1.25 und 2.5V.

Um nicht noch ein Kabel unterbringen zu müssen, verwende ich das RedFly-Shield. Das Arduino muss nur messen und rechnen, dann weckt es kurz das WLAN-Shield, verschickt das Ergebnis und schaltet es wieder ab. Gespeichert und bei Bedarf aufbereitet werden die Messwerte von einem PHP-Skript direkt auf dem Webserver.

Hier der relevante Teil des Codes. Die Funktion „connectAndSend“ ist dem Beispiel „WebClient“ aus dem RedFly-Paket entnommen.

 

void setup() {
  pinMode(sensorPinCurrent, INPUT);
  analogReference(DEFAULT);
}

int sendValueToServer(char *sendValue){
  // RedFly-Shield aufwecken und Messwert ans PHP-Skript senden
  RedFly.enable();    
  int errorCode = connectAndSend(sendValue);

  // RedFly-Shield wieder schlafen legen
  client.stop();
  RedFly.disconnect();  
  RedFly.disable();  
  return errorCode;
}

void loop() {
  RedFly.disable();
  
  // Strom messen
  valueSensor = analogRead(sensorPinCurrent);
  valueCurrent = (float)(valueSensor-255) * 30 / 255;

  // Roh- und Ausgabewert formatieren
  String result = String(sensorValue)+“;“+String(sensorOutputBuffer);
  char resultChar[255];
  result.toCharArray(resultChar, 255);

  // PHP-Skript aufrufen, um Messwert auf Webserver zu speichern
  int errorCode = sendValueToServer(resultChar);

  if(errorCode == 0) {
     delay(600000); // Messwert  gespeichert -> 10 Minuten Pause
  } else {
     delay(5000); // WLAN-Problem -> gleich nochmal versuchen
  }
}

 

 

 

Wer gerne bastelt, muss ihn früher oder später einmal selbst basteln: Mate-Eistee! Bei Flüssigkeiten mit heiß löslichen Aromen nennt man das Basteln auch „Kochen“.
Das Grundprinzip von Club-Mate, Flora-Power etc. besteht darin, einen kräftigen Mate-Tee zu kochen, gehörig viel Sirup, Dicksaft, Melasse, Fruktose oder ähnliche Süßungsmittel hinein zu rühren, Spuren von Gewürzen darin aufzulösen und dann etwas Kohlensäure hinein zu pressen. Klingt einfach, nicht wahr?

Für den ersten Versuch habe ich mich für vier Geschmacksrichtungen entschieden:

  1. Schlichter Klassiker
  2. Zitronengras-Carob
  3. Gartenkräuter
  4. Stevia-Minze

Schlichter Klassiker

Für den klassisch überzuckerten Mate-Eistee ist die Zutatenliste kurz: Den Tassenboden fingerdick mit Agavensirup ausgießen, mit zwei gehäuften Teelöffeln Mate-Blattschnitt bedecken. Leitungswasser aufkochen und im Wasserkocher abkühlen lassen, bis es gerade aufhört zu sprudeln. Dann in die Tasse gießen, alles umrühren, je nach Geschmack zwei bis zehn Minuten ziehen lassen, durch ein Sieb gießen und schließlich kaltstellen.
Das Ergebnis kann sich vom Geschmack her durchaus mit Club-Mate messen. Es ist nur weniger süß und hat dafür mehr Mate-Aroma. Leider fehlt die krasse Bitterkeit typischer Koffeingetränke, was mancher Zuckerbrausefanatiker aber sicher zu schätzen wissen wird.

Zitronengras-Carob

Jetzt wird es interessant. Zu den zwei Teelöffeln Mate kommen ein Teelöffel Zitronengras, eine Messerspitze Carob-Pulver und die obligatorische Schicht Agavensirup. Die Zubereitung läuft wie beim Klassiker, allerding darf das Wasser heißer sein und etwas länger ziehen, damit das Zitronengras-Aroma eine Chance gegen die intensivere Mate hat.
Das Ergebnis ist besser als alles, was ich für den ersten Versuch erwartet hatte. Es erinnert stark an Flora-Power. So süß, dass es gerade noch angenehm ist. Dabei so herb wie Schwarztee oder fast alles mit zu viel Koffein. Das rauchig-fruchtige Aroma ist sowas von Flora-Power, nur irgendwie besser, dass ich überlege, damit ein Unternehmen zu gründen. Ich könnte es Zitromate nennen, oder Carobade. Auf jeden Fall wird dieses Rezept in den Workshop im Oktober eingehen.

Bittermate mit Gartenkräutern

Warum muss Mate-Eistee eigentlich süß sein, gibts da ein Gesetz? Für die Kräuter-Mate habe ich spontan in den Garten gegriffen und folgende Zutaten erwischt:

  1. 3 Blatt Gundermann
  2. 2 Blatt violetter Basilikum Sorte „Dark Lady“
  3. 1 Blatt Schafgarbe
  4. 1 Spitze Zitronenthymian
  5. 2 Apfelbeeren

All das wird kleingeschnitten, mit einem kleinen Teelöffel Mate bedeckt und wiederum mit so gut wie kochendem Wasser übergossen. Zehn Minuten soll es mindestens ziehen, dann gehts durchs Sieb und ab in den Kühlschrank.
Das Vorergebnis schmeckt zunächst nach normalem Kräutertee. Um den interessant zu machen, kommt der Saft einer halben Orange hinein. Das Ergebnis schmeckt fruchtig, herb und schwer mit einem Fertiggetränk zu vergleichen. Zumindest kenne ich noch kein Fertiggetränk wie dieses. Aufgesprudelt könnte es eine neue Now!-Sorte ergeben. Es ist gleichermaßen mate-herb und schorle-saftig.

Stevia-Minze

Mit Stevia hatte ich noch nie zu tun. Angeblich hat es einen Beigeschmack von Lakritze, was für mich Grund genug war, einen weiten Bogen darum zu machen. Allerdings mögen manche Leute Lakritz-Cola, so dass es nahelag, eine Lakritz-Mate ohne Lakritze zu mischen. In die Tasse kommen diesmal ein gestrichener Teelöffel Steviapulver, zwei kleingeschnittene Pfefferminzblätter und ein Teelöffel Mate.
Das Vorergebnis ist erstmal ungenießbar. Der halbe Tropfen auf der Zunge, den ich gerade noch ertragen konnte, schmeckte tatsächlich nach extrem süßer Lakritze. Da von der Bittermate noch eine Orangenhälfte übrig war, wurde die Steviamate kurzerhand damit verdünnt. Mit genug Orangensaft und Leitungswasser war die Mischung dann trinkbar. Das Ergebnis schmeckt intensiv nach Lakritz und extrem süß. Mich könnte man damit jagen, aber wer Lakritz-Cola mag, der wird es runterkriegen.

Fazit

Es lebe das Johannisbrot! Wenn reine Mate nicht genug ist, dann darf es Zitronengras-Carob sein. Mit den Gartenkräutern muss ich weiter experimentieren, damit sie nicht so sehr von der Mate überdeckt werden. Stevia eignet sich nur für Leute die sich sonst eine Lakritz-Schnecke in die Flasche hängen.
Zwei Rezepte für den Workshop sind jedenfalls gefunden, es wir klassischen Eistee und Zitro-Johannisbrot-Mate geben.

Soviel vorweg: Leider gibt es keine Fotos. Am 30.12. standen wir vor einem Haufen Chaos: Etwas DX-Wire, mehr Lautsprecherkabel, zwei Tuner (automatisch und manuell), drei Funkgeräte (akkubetrieben, netzabhängig und ein gehacktes Telefon), irgendwelche undefinierbare Hardware und eine Rolle Klebeband. Das Ziel des Workshops: Irgendwie und -wo in der Nordstädter Bürgerschule eine Antenne fürs 80m-Band anbringen und damit auch wirklich Funkbetrieb machen.

Erste Idee: Wir werfen 20m Draht aus einem Fenster im dritte Stock und spannen ihm an einem Baum ab!
Problem: Die Fenster über zugänglichen Bäumen liegen im Treppenhaus. Nicht bequem zum Funken.

Zweite Idee: Wir werfen 20m Draht über einen Dachvorsprung auf den Spielplatz und knoten ihn am Zaun fest!
Problem: Wie kriegen wir den Draht über den Dachvorsprung? An die Klebebandrolle knoten, ordentlich weit werfen … Pech, das Dach getroffen. Nächster Versuch … Dach getroffen, Rolle abgefallen. Weil nun unser Wurfgewicht weg ist, erübrigen sich weitere Versuche. Schade um das Klebeband.

Dritte Idee: Wir klettern auf den Dachboden, verlegen 10m Draht an einem Dachbalken entlang und führen ihn die Leiter entlang in die leitstelle511!
Problem: Keins. Da oben lag sogar eine Leiter. Zu dritt konnten wir 10m Lautsprecherkabel schnell über die Balken spannen. Er endete in einem Unun der provisorisch an die Wand geklebt wurde. Dann warfen wir ein Stück Koax runter in den Clubraum und schafften es sogar heile, wenn auch staubig, selbst wieder hinunter.

Doch wohin nun mit Tx und Tuner? Das aus der Dachbodenluke hängende Kabel stellte sich als so kurz heraus, dass die Funkstation direkt darunter aufgebaut werden musste. Als zwei Mate-Kisten gestapelt, Brett drauf, fertig Tisch. (Okay, zugegeben, der Mate-Tisch stand schon fertig da. Foto folgt demnächst.) Steckdose? Ähm … um Strom für den automatischen Tuner zu bekommen, mussten wir das Stromkabel auf Hüfthöhe vor der Eingangstür entlang spannen. Wie sollten so die Amateurfunk-Interessierten zum Zuschauen reinkommen? Also nahmen wir den manuellen Tuner zusammen mit dem akkubetriebenen Tx. So, dann mal horchen …

KW-Radiosender waren ganz gut hörbar. Auf den AFu-Bändern wollten uns aber nur Schaltnetzteile vorsingen. Nur Schaltnetzteile? Nein, ein paar laute Stationen hielten standhaft dagegen. Dennoch verzichteten wir darauf, in Phonie jemandem zu antworten.
Umso besser funktionierte CW. Wir hörten viele Stationen deutlich heraus – leider tue ich mich noch etwas schwer damit CW in vollem Tempo mitzuschreiben. Doch dann geschah ein Wunder: Höchstens eine Minute nachdem die erste CW-Station zu hören war, betrat plötzlich DF1OE den Raum. Jemand der in CW Klönschnack hält und an Contests teilnimmt, genau im richtigen Moment! Nun konnten wir doch noch eine Weile Betrieb machen, vielen Stationen zuhören – und den Anwesenden erklären, was wir da überhaupt machen.
Gehört zu werden, blieb dennoch problematisch. Dank dem ganzen Elektronik-Geblubber in den Räumen des CCC Hannover verstanden wir nur starke Stationen gut, konnten jedoch im Akkubetrieb und mit dem praktisch gar nicht abgestimmten Langdraht nur in Low Power antworten. Alle Verlängerungskabel mit denen wir an Strom für mehr Leistung gekommen wären waren irgendwie gerade im Einsatz.

Aber ging es überhaupt um QSOs? Wir haben unter elektrisch widrigen Bedingungen ein Provisorium in kürzester Zeit zum Laufen gebracht, endlich eine Art von KW-Antenne auf dem Dachboden und einer Handvoll Chaoten demonstriert, dass manuell-digitale Textübertragung nicht alt, sondern gnadenlos fehlertolerant ist.

Wer sich an unserem Langdraht versuchen will, kann seine mobile Funkstation und fünf Meter Koax-Kabel zum OpenChaos (dem offenen Abend) mitbringen und dort lieb fragen, ob jemand ihn mal eben anschließt. Der CCC Hannover trifft sich an jedem letzten Sonntag im Monat ab 16:00 Uhr. Meldet euch am besten auf der Mailing-Liste an, dann ist er Club vorgewarnt.