Es gehört zum Prinzip einer Kräuterspirale, dass das Gießwasser von oben nach unten abläuft und sich dort sammelt. Im extrem trockenen ersten Halbjahr 2022 versickert auf dem Weg aber kaum noch Wasser, weil die Erde so krümelig ist, dass sie weggespült wird. Wird das Beet etwa in der mittelfeuchten Zone gegossen, so bleibt es dort staubtrocken, aber ein Teil der Blumenerde fließt weg, bis die Wurzeln freiliegen.

Wie soll da noch Wasser an die Wurzeln gelangen? Es darf nicht auf der Oberfläche fließen, sondern muss direkt in die Tiefe. Man bräuchte einen unterirdischen Behälter, aus dem das Gießwasser in mäßigem Tempo direkt ans Wurzelwerk sickert.

Man nehme also eine Einwegpfandflasche. Zuerst schäle ich sie aus dem Etikett, dann steche ich vorsichtig Löcher ins untere Drittel und in den Boden.

 

 

 

Läuft das Wasser langsam genug? Ein kurzer Test als Sprinkler beweist, dass man schneller Wasser eingießen kann, als es wieder rausläuft.

 

 

Nun grabe ich ein Loch an einer Stelle, an der die Kräuter oberflächlich schon vertrocknet sind, aber noch lebendige Wurzeln haben könnten. Flasche rein und mit Gießkanne oder Gartenschlauch befüllen!

 

 

 

Damit keine Insekten hineinfallen, muss der Deckel verschlossen bleiben. Nur zum Gießen wird die Flasche täglich kurz geöffnet.

 

 

Schon nach zwei Tagen hatten die Pflanzen frische Triebe. Sie wachsen jetzt wieder und die Erde bleibt wo sie hingehört.

Vermutlich wird das Plastik gegen Ende der Saison anfangen sich zu zersetzen. Dann klebe ich das sauber verstaute Pfandetikett wieder drauf und bringe sie zurück.

Wobei ich das Flaschenpfand eigentlich auch bekommen müsste, wenn ich das Etikett auf eine Nicht-Pflandflasche klebe.

Wie reagieren die Automaten eigentlich auf selbst gedruckte Etiketten?